Kolbermoor – Bereits  zum 3. mal  luden die Parteifreien Kolbermoor zum Stadtgespräch. Im Focus standen die Bauleitplanung und weitere Themen aus der Stadt und Kreispolitik.

Stellvertretender Vorsitzendender der Parteifreien Kolbermoor Dieter Kannengießer freute sich über die zahlreichen  Besucher. Dieter Kannengießer (auch 2. Bürgermeister der Stadt Kolbermoor) lobte  den Stadtrat in seiner Gesamtheit für den einstimmigen Flächenerwerb von ca. 7 ha, der nach seinen Worten „ der Stadt eine Jahrhundertchance  einräumt“. Er wies aber  gleichzeitig darauf hin, dass dies den unermüdlichen Bemühungen des 1. Bürgermeisters Peter Kloo zu verdanken war.  Nun bietet sich eine echte Möglichkeit für die Stadt,  Ausgleichsflächen im Planungsgebiet  darzustellen und für Gewerbe- und Wohnbauflächen  Möglichkeiten zu schaffen. Als Grundlage für den Grunderwerb wurden entsprechende prozentuale Flächenanteile, unter Einbindung aller Fraktionen,  genannt. Die tatsächliche Festlegung erfolgt nach Erarbeitung der Vorplanungen mit dem neu gewählten Stadtrat.

Gleich nach Einstieg in das Kernthema „Flächenmanagement mittels Bauleiplanung“ meldete sich der Bürgermeisterkandidat Stefan Reischl zu Wort. Er würde im Fall seiner Wahl die vorgesehenen Gewerbeflächen einerseits für die Erweiterung des Wertstoffhofes

aufgrund der gestiegenen Anforderungen verwenden und andererseits als Erweiterungsmöglichkeiten für bestehendes Gewerbe und kleinere Handwerksbetriebe entwickeln. Zur langfristigen Sicherung  der Grundstücke für die Stadt würde er diese Flächen über Erbbaurecht anbieten.

Anschließend stellte sich Stephanskirchener  1. Bürgermeister, der als Landrat für die Liste 7 „Parteifreie/ÜWG“ kandidiert vor. Der 54-jährige verheiratete  Landratskandidat und Vater von zwei Söhnen stieg nach der Beschreibung seines Werdegangs sofort in das Thema ein.

Seiner Ansicht nach muss eine verantwortungsvoll agierende Politik sowohl seine ökonomische, wie auch die zunehmend ins Bewusstsein rückende ökologische Bedeutung berücksichtigen, die Ressource Grund und Boden nicht vermehrbar ist. Auch wenn schonendes Flächenmanagement mittels Bauleitplanung Aufgabe der Gemeinden ist, obliegt es dem Landkreis, seinen Kommunen beratend zur Seite zu stehen. Gerade in baurechtlichen Fragen wurde das Landratsamt von vielen Kommunen in der Vergangenheit in erster Linie reglementierend und zu wenig als Unterstützer wahrgenommen. Mit seiner Bau- und Umweltabteilung verfügt der Landkreis über die fachlichen und personellen Möglichkeiten, die Gemeinden hinsichtlich zeitgemäßer und weitblickender Lösungen zu unterstützen. Moderne Instrumente wie die „Soziale Bodenordnung“ zur Gewinnung von Wohnraum könnten sich in der Folge ebenso etablieren wie die kommunale Zusammenarbeit bei der Koordinierung von Gewerbestandorten.

Weitere Themen wie Brenner-Nordzulauf und die Schließung der Geburtenstation Bad Aibling nahm Rainer Auer genauestens ins Visier.  Beim Brenner Nordzulauf findet es Auer geradezu unverantwortlich, dass der Bevölkerung suggeriert wird, dass alles unter dem Boden kommen soll und es keinen Fürsprecher der verantwortlichen Großpolitiker für die Region gibt. Er kann auch nicht verstehen, warum die Alternativen, die einige Bürgermeister durch eine eigenfinanzierte Studie des Verkehrsbüros Vieregg und Rössler erstellen lassen haben, nicht diskussionswürdig sein sollten.

Die parteifreien Kolbermoor gaben in der Stadtratssitzung vom 31.07.19 unter Hinweis auf die Baugrundrisiken in Kolbermoor bei einem Untergrund mit Seeton eine ablehnende Stellungnahme ab.  Die aus geologischer und verkehrlicher Sich unnötige und sinnlose Brenner Nordzulauftrasse im Stadtgebiet ist nach deren Ansicht abzulehnen.

Zum Thema Wiedereröffnung der Geburtenstation Bad Aibling bezog Rainer Auer eindeutig Stellung: „ Dreh- und Angelpunkt ist das notwendige Personal. Wir sollten ernsthaft versuchen, die erforderlichen Fachkräfte für die Wiederaufnahme des Betriebs der Geburtenstation Bad Aibling zu bekommen. Wenn uns das gelingt würde ich als gewählter Landrat dem Kreistag die Übernahme eines entstehenden Defizits empfehlen. Die damalige Anzahl der Geburten in Bad Aibling für diese Region rechtfertigt eine Wiedereröffnung nachweislich."  Auer wies auch darauf hin, dass sich bereits im Jahr 2017 Dieter Kannengießer zu diesem Thema positiv positionierte. Kannengießer äußerte seine Verwunderung warum nun sog. „Expertengespräche  in einer Wahlveranstaltung“  eine Wende bringen sollte.  „Dies müsste ausdrücklich vom zuständigen Aufsichtsrat der ROMED Kliniken behandelt werden. Und da ist mir nichts bekannt“.

Die anwesenden waren vom Kandidaten Rainer Auer begeistert und sagten ihm seine Unterstützung zu. Abschließend wurde auf die weiteren Termine und Infostände in den nächsten Wochen bis zur Kommunalwahl am 15.03. hingewiesen.